Drainbeton als Unterbau für Teppichvlies im Böschungsbereich


Wo wird Drainbeton als Unterbau eingesetzt?

Drainbeton ist für den Teppichvliesflächen grundsätzlich überall ein perfekter Unterbau. Als gebundenes Material bildet Drainbeton eine dauerhaft stabile Basis, die darüber hinaus auch noch wasserdurchlässig ist. Aus wirtschaftlichen Gründen sollte aber immer geprüft werden, ob nicht auch andere Materialien als Unterbau für eine Teppichvliesfläche geeignet sind.

Wir empfehlen unseren Kunden Drainbeton als Unterbau für Teppichvliesflächen im Böschungsbereich. Spielhügel und Hänge lassen sich nur schwer verdichten, so dass es hier leicht zu Absackungen im Unterbau kommen kann. Diese Absackungen zeichnen sich dann später in der Teppichvliesoberfläche durch Mulden oder Falten ab. Im schlimmsten Fall kann es zur Lösung des Klebers zwischen den Teppichvliesbahnen führen. Eine Schicht von 5-10cm Beton kann diese Absackungen verhindern. Auch wenn die Materialien unter der Betonschicht abacken, bleibt die Modellierung an der Oerfläche stets gesichert.

Eine komplette Anleitung für einen Teppichvlies-Unterbau im Hang oder auf Spielhügeln können Sie sich hier ansehen.


Welche Probleme können bei den Arbeiten auftreten?

  1. Es wird Transportbeton ab Werk verwendet, der zu trocken angemischt wurde.
  2. Es wird nicht genug "Verzögerer" vom Werk eingearbeitet und der Beton bindet zu schnell ab.
  3. Die Menge des Fertigbetons ist zu groß und kann nicht schnell genaug eingebaut werden. Die letzten Meter binden dann nicht mehr richtig ab.
  4. Der Beton wird in der Mitagssonne eingebaut und verbrennt durch die starke Sonneneinstrahlung auf der Oberfläche.
  5. Die Einbauhöhen des Betons werden nicht regelmäßig kontrolliert. Einige Passagen können zu dünn eingebaut sein und brechen später beim Betreten.
  6. Das Ausgangsmaterial wird nicht richtig durchmischt oder es sind zu wenig Feinteile (Trass-Zement) in der Mischung. So lösen sich später einzelne Körnchen aus der Oberfläche, die in das Teppichvlies drücken können.

Fazit: wir empfehlen dringend, den Beton selbst auf der Baustelle anzumischen und auf Fertigbeton zu verzichten. So hat kann man die Mischung jederzeit selbst kontrollieren und nachjustieren!


Welcher Beton sollte verwendet werden?

Grundsätzlich kann jede Art von Beton verwendet werden. Im Hangbereich auch wasserundurchlässiger Beton, da die Fließgeschwindigkeit später sowieso höher ist als die Versickerung des Niederschlags. Es muss vor allem darauf geachtet werden, dass keine spitze Körnung aus der Oberfläche ragt, die das Teppichvlies beschädigen kann. Die Verwendung von einem Rundkorn wäre also ideal. Es kann aber auch ein spitzes gebrochenes Korn verwendet werden, wenn die Oberfläche beim Einbau geglättet bzw. abgerieben wird.

Um die positven Eigenschaften des Teppichlieses durch die hervorragende Drainfähigkeit aber auch zu nutzen und wir grundsätzlich gegen eine totale Versiegelung von Böden sind, spricht doch alles dafür,  einen wasserdurchlässigen Drainbeton zum Einsatz zu bringen.

Darüber hinaus können in Betonflächen immer Risse aus Temperatureinwirkungen entstehen.  Aufgrund der bei Temperaturveränderungen entstehenden Wärmedehnung bzw. -kontraktion entstehen Spannungen und können Beton reißen lassen. Sie entstehen einerseits durch Temperaturunterschiede zwischen Beton, Bodenmaterialien und Luft, andererseits durch die Wärmeentwicklung des Betons selbst. Drainbeton ist aufgrund seiner Struktur weniger anfällig für solche Rissbildungen. Also ein weiterer Vorteil gegenüber einem wasserundurchlässigen Beton.


Wie setzt sich die ideale Mischung für eine Drainbetonschicht zusammen?

Unsere Erfahrungen zeigen, dass man die perfekte Mischung mit einem Gemisch aus 2/5 Splitt und Trass-Zement erhält. Dabei mischt man 3 Anteile Splitt auf einen Anteil Trass-Zement. Die Mischung muss so weit mit Wasser durchfeuchtet werden, dass man richtig schöne "Frikadellen" in der Hand formen kann. Die Mischung muss richtig schön kleben!

 

Eine Ladung im Betonmischer setzt sich folgendermaßen zusammen:

15 Schaufeln Splitt

5 Schaufeln Zement

ca. 10 Liter Wasser



Wie wird der Beton eingebaut?

Um sicher zu stellen, dass der Beton auch überall die gleiche und vor allem ausreichende Aufbaustärke hat, kann man mit Pflöcken arbeiten. Die gewünschte Aufbauhöhe wird vorher auf den  Pflöcken markiert. Bei einem geschulten Auge kann die Aufbauhöhe  auch stichpunktweise mit einem Brett kontrolliert werden, welches man Zug um Zug an die eingebaute Außenkante der Betonschicht hält.

Auf dem Foto rechts sieht man, wie die Höhen abweichen können, wenn diese nicht ständig überwacht werden.


Wie oben schon angesprochen, wird der Beton Zug um Zug eingebaut, um die Höhen durchgehend im Griff zu haben. Dabei arbeitet man sich von oben nach unten. Die Oberfläche muss dabei immer sofort geglättet bzw. abgerieben werden. Es ist ja später nicht mehr möglich, die Betonfläche zu betreten.

Im Sommer sollte der Beton nur früh morgens oder zum Abend eingebaut werden. Es eignen sich auch bedeckte Tage. Das Betonieren bei hohen Temperaturen führt zu einem schnelleren Ansteifen und zur Verkürzung der Verarbeitungszeit. Einbau und Oberflächenbearbeitung müssen zügig durchgeführt werden. Neben der hohen Temperatur erfordert vor allem eine geringe relative Luftfeuchtigkeit (unter 50 %), die das Anmachwasser – besonders bei zusätzlichem Wind – schnell austrocknen lässt, besondere Maßnahmen. Dadurch wird nicht nur der Einbau erschwert, sondern auch der junge Beton einer schnellen Verdunstung ausgesetzt, was zu Rissen oder der Schwächung der Betonrandzone (Verbrennen) führen kann. Idealerweise wird der Beton daher nach Einbau mit einer Folie abgedeckt, so dass die Feuchtigkeit darunter schön "Schwitzen" kann.


Modellierung der Betonfläche

Grundsätzlich dürfen bei der Modelierung keine scharfen Kanten entstehen. Diese könnten später in das Teppichvlies schneiden. Wie oben erwähnt ist auch darauf zu achten, dass die Oberfläche geglättet ist. Sollten hier später einzelne Steinchen aus der Oberfläche stehen, können diese das Teppichvlies ebenfalls  beschädigen. Die Modellierung sollte möglichst gleichmäßig sein, um später ein optisch schönes Bild zu erhalten und keine "Lufträume" unter dem Teppichvlies entstehen zu lassen. 

Sollten zusätzliche Fallschutzunterbauten unter dem Teppichvlies erforderlich sein, um einen Fallschutz nach DIN EN 1176 sicher zu stellen, so ist auf die richtige Einbauhöhe der Fallschutzbereiche zu achten. Im Idealfall werden die Fallschutzplatten gleich in die Betonfläche eingebunden. Der Beton wird dann auf Höhe der Fallschutzplatten abgezogen. So wird verhindert, dass es später ein Höhenunterschied zwischen den verschiedneen Materialien auftritt. Unten ein Beispielfoto für ein Einbindung von Fallschutzunterbauten in die Betonfläche. Das Teppichvlies wird später über die gesamte Fläche gezogen. Es ist dann optisch nicht mehr zu erkennen, in welchen Bereichen zusätzlicher Fallschutz liegt.

Wenn das Teppichvlies in den Randbereichen zur Einfassung später im Boden vergraben werden sollte, so müssen die Randbereiche so modelliert werden, dass das Teppichvlies sanft in den Boden auslaufen kann. Alternative Formen der Randeinfassung haben wir hier aufgezeigt.


Beispielflächen zur Orientierung